Erich Mielke war ab 1957 oberster Chef der Staatssicherheit und hatte diesen Posten bis zum Ende der DDR inne. Wie konnte er sich über so lange Zeit halten?

Nachdem er direkt nach dem Zweiten Weltkrieg von den sowjetischen Besatzern zum Chef der Polizei-Inspektion Lichtenberg ernannt wurde, stieg er zum Staatssekräter des ersten Stasi-Ministers Zaisser auf. Nach den Geschehnissen des 17. Juni 1953 wurde dieser durch Wollweber ersetzt und Mielke wurde sein Stellvertreter. Nachdem Zaisser ebenfalls abgesetzt wurde, war der Weg frei für Mielke. Ulbricht vertraute ihm, da er befürwortete, wie Mielke dachte und handelte. Außerdem sah er in ihm keine Gefahr, besonders weil Mielke nicht viel von Politik hielt. Ulbricht konnte sich sicher sein, dass Mielke nicht viel davon hielt seine Gegner zu studieren, sondern lieber gleich zuschlug. Unter Honecker gab er sich als loyaler Untergebener, der sich stets unterwürfig, liebedienerisch und kriecherisch verhielt. Dadurch sah auch Honecker in ihm keine Gefahr und behielt sein Amt inne.

Somit stand sein Verhalten gegenüber seinen Vorgesetzten im krassen Gegensatz zu seinen sonstigen Handlungsweisen. In seiner Funktion als Stasi-Chef war er hinterhältig, skrupellos und brutal. Dagegen verstand er es, wenn es darauf ankam, Menschen zu manipulieren, sich einzuschmeicheln und sich unterwürfig zu geben. Zusätzlich stellte er keine politische Gefahr dar, weshalb er einfach in seinem Amt gelassen wurde. Dies alles ermöglichte es ihm, so lange Stasi-Chef zu sein.